Weisheit der vier Winde

Schamanische Weisheitskarten

Die kraftvollen Orakelkarten und sein tiefgründiges Begleitbuch mit Weisheiten der Ureinwohner Neuseelands helfen uns, innezuhalten und unsere Lebensfragen zu beantworten.  

Piwakawaka - Der Fächerschwanz

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Ich bin der Fächerschwanz.

Ich bin ein Kind.Tanzend im Wind, wie ein Drache in den Lüften.

Ich bin ein Weiser. Im hellen Licht des Vollmondes summe ich eine Melodie.

Ich bin die Erfüllung eines warmen Tages. Ein Leben voller Freude.

Ich bin Piwakawaka.

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Allgemeines

Bereits in der alten Maori-Kultur wurde der Fächerschwanz Piwakawaka als Kraftvogel verehrt. Die Legende erzählt uns vom Mythos des legendären Helden Maui, der dem Traum vom ewigen Leben ver-fallen war. Als Maui den Versuch unternahm, in den Schoß von Mutter Erde zurückzukehren, wurde sein Vorhaben durch den kleinen Fächerschwanz vereitelt.

Der Anblick Mauis im Bemühen, sich in den Geburtskanal zwängen zu wollen, bot ein derart komisches Bild, dass der kleine Vogel in lautes Gelächter ausbrach. Dies weckte Mutter Erde aus ihrem Schlaf und sie verschränkte die Beine. Dadurch sicherte sie die natürliche Abfolge von Leben und Tod.

Piwakawaka ist der Himmelstänzer unter den Geschöpfen des Waldes. Ein lustiger kleiner Vogel, der mit blitzschnellen Bewegungen geschäftig umherschwirrt, anmutige Wendungen vollführt, sich spielerisch im Sturzflug fallen lässt, um erneut ausgelassene Spiralen zu drehen. Wie ein freudiges Lachen in steter Bewegung erfüllt der Fächerschwanz den Tag mit Frohsinn.

Bei einem Waldspaziergang kann es passieren, dass wir Gesellschaft von einem Fächerschwanz bekommen, denn der kleine Vogel fängt gerne Insekten, die durch unsere Bewegungen aufgescheucht werden.

Die Gabe

Der Ostwind ruft dich nach Hause. Erinnere dich daran, dass sein Geschenk an dich die Morgen-dämmerung ist, der Frühling der Erneuerung.

Piwakawaka flattert in dein Leben, um dir zwei Botschaften zu bringen: Zum einen fordert er dich auf, einen Schritt zurückzutreten und die kleinen Dramen deines Lebens mit Humor anzunehmen. Wenn es dir gelingt, sie mit einem lachenden Auge zu betrachten, so rücken sie in die rechte Perspektive und du erkennst mit Leichtigkeit den Kern des Problems. Lachen ist der stete Begleiter eines weisen Menschen und ein wirksames Mittel gegen ein aufgeblähtes Ego. Es ist gut, wenn wir unsere Handlungen mit etwas Abstand betrachten und darüber lachen können. Wir sollten uns bemühen, auch unsere Schwächen humorvoll anzunehmen, sie als das zu sehen, was sie sind, und dann weitergehen.

Lachen kann uns helfen, uns selbst und anderen zu vergeben. Lachen ist heilsam. Erinnere dich der Maori-Legende, in der Maui durch das Lachen des kleinen Piwakawaka gerettet wurde. Das Lachen des Vogels verhalf Maui, in den natürlichen Kreislauf von Leben und Tod zurückzukehren, zur magischen Erneuerung der Wieder-geburt, zum natürlichen Ablauf, der den goldenen Faden der Schöpfung intakt hält.

Mauis Plan vom ewigen Leben hätte ihn für immer in einer einzigen Welt verankert und seinen Geist der Erfahrung beraubt, die mannigfaltigen Dimensionen des Seins zu erkennen. Es ist riskant, sich auf eine bestimmte Richtung festzulegen, denn damit verschließen wir uns der Offenheit für Neues. Ein Kind des Ostens muss in den Süden ziehen, um zu Wachstum zu gelangen. Es muss sich in den Westen begeben, um Einsichten gewinnen zu können, und in den Norden zur Erlangung von Weisheit. Wenn es allzeit nur im Osten verweilt, wird es keine neuen Erfahrungen machen und seinem Weg nicht folgen können. All das, was möglich wäre, wird unerreicht bleiben. Die zweite Gabe des kleinen Fächerschwanzes an uns unterscheidet sich gänzlich von der ersten, der Freude des Lachens. Lachen vermittelt Leichtigkeit und geleitet uns in die Welt der Widersprüchlichkeiten, vermag es uns doch die Tore tiefster Geheimnisse zu öffnen.

Der kleine Fächerschwanz ist ein Bote aus der Welt des Geistes. Leichtfüßig tänzelt er durch die ver-schiedenen Welten und hat Zugang zu höheren Dimensionen und zum Jenseits. Aus diesem Grund erscheint Piwakawaka auch häufig an der Seite sterbender Menschen. Der kleine Vogel ist jedoch weder für den Tod des Menschen verantwortlich, noch ist er ein Bote, der die Nachricht der Veränderung der äußeren Form überbringt. Piwakawakas Aufgabe ist es vielmehr, den Geist zu behüten, der sich ent-schlossen hat, den nächsten Schritt seiner Reise anzutreten.

Der Fächerschwanz hilft uns, dem Moment des Todes furchtlos zu begegnen. Er schenkt uns Zuversicht und erinnert uns daran, dass wir in unserem Leben Abertausende von Tode sterben, denn wieder und wieder lassen wir das Alte los, um dem Neuen Platz zu machen. Er spricht zu uns von einem Anfang ohne Ende, von immerwährender Erneuerung, vom Versprechen der Wandlung und des inneren Wachstums. Nichts geht je verloren. Äußere Formen können sich wohl verändern, aber innerhalb des Kreises sind wir alle miteinander verbunden.

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Spiele ein wenig.
Tanze ein wenig.
Male ein wenig.
Singe ein wenig.
Schreibe ein wenig.
Lache ein wenig.
Tag für Tag.

Lebe den gegenwärtigen Augenblick.

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