Weisheit der vier Winde

Schamanische Weisheitskarten

Die kraftvollen Orakelkarten und sein tiefgründiges Begleitbuch mit Weisheiten der Ureinwohner Neuseelands helfen uns, innezuhalten und unsere Lebensfragen zu beantworten.  

Te Taitua o Te Ra - Der Sonnenuntergang

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Ich bin der Sonnenuntergang.

Das letzte Licht des Tages, das sanft eintaucht in die Nacht.
Das Ende, das den Neubeginn einläutet.
Der Traum, der immer wiederkehrt.

Ich bin die Vollendung.

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Allgemeines

Wenn sich der Tag dem Ende neigt, ist es für die Vögel Zeit, nach Hause zurückzukehren: So machen sich die Möwen auf den langen Weg von der Meeresküste zu ihren geschützten Felsnischen, die Spatzen versammeln sich mit lautem Gezwitscher in den Bäumen und die Schwalben drehen einen letzten raschen Bogen über das glatte Meer.

Das Ende eines Tages ist von ähnlicher Schönheit wie sein Anfang. So wie jeder neue  Morgen mit dem freudigen Gesang der Vögel begrüßt wird, untermalt die Musik eines vielstimmigen Vogelkonzertes das Abendrot. Das Abendrot ist eine Zeit der Besinnung, eine Gelegenheit, die Ereignisse des Tages nochmals an sich vorüberziehen zu lassen, sich zu erinnern, was der Tag gebracht hat und was er mit dem Abendrot wieder mitnimmt, all das wert- zuschätzen, was man an diesem Tag erreichen konnte.

Jedes Geschöpf der Erde feiert den Tagesausklang auf seine eigene Weise, für junge Lämmer und Kälbchen beispielsweise ist es die Zeit des Tages, in der sie freudig umhertollen.

Während die meisten Geschöpfe sich im Abendrot zur Ruhe begeben, ist es für andere Zeit, aufzuwachen und auf ihren nächtlichen Beutezug zu gehen. Es handelt sich um scheue Geschöpfe wie den Nachfalter, der versucht, sich am Licht des Mondes zu orientierten, jedoch nur vom offenen Licht der Kerze angelockt wird, den nachtaktiven Kiwi, der mit Sinnen jenseits der bloßen Wahrnehmung im Unterholz umherstöbert, oder um gewisse Fischarten, die das Tageslicht meiden.

Das Abendrot gehört der Welt des Westens an, dem Ort der Innenschau, an dem jene, die sich auf dem Weg des Kreises befinden, eine Pause einlegen und ihren Lebensweg neu festlegen können.

Die Gabe

Wenn dich der Sonnenuntergang in dieser Zeit großer Veränderungen zu sich ruft, so solltest du dir dein Leben genauer anschauen. Hier im Westen befindest du dich an einem Ort besonderer Ausgewogenheit. Das letzte Licht des Tages ruft dir in Erinnerung, dass so manches vergehen muss, damit ein neuer Morgen dämmern kann.
Um das Geheimnis des Lebens in seiner ganzen Pracht auskosten zu können,
müssen wir Abertausende kleiner Tode sterben. Gemeint ist damit der Tod alles Alten in unserem Inneren, wenn wir abschütteln, was unnütz geworden ist, wenn wir uns von wertlosen Bürden befreien und Leichtigkeit in unser Leben bringen. Dieser Tod setzt voraus, dass wir fähig sind loszulassen.
Der Anblick der Sonne, die zur Nachtruhe einkehrt, verbindet uns mit dem Pulsschlag des Lebens, dem großen Kreislauf des Seins. Er schenkt uns Hoffnung und den Mut, das Angenehme zugunsten des Unausweichlichen aufzugeben. Diese Haltung führt uns zu tiefer Weisheit.

Du hast auf deinem Weg Wesentliches gelernt und dir beträchtliches Wissen aneignen können. Aus deinem großen Erfahrungsschatz erwächst nun eine innere Ausgewogenheit, die für dein Wachstum förderlich ist. Nimm die angebotene Unterstützung freudig an. Erlaube der Liebe, die dir entgegen- kommt, dich in ihre Arme zu schließen und dir Heilung zu  bringen.

Stehe aufrecht in der Welt des Abendrots. Richte dein Augenmerk jenseits des Augenschein- lichen und dein innerer Seher wird sowohl die Vergangenheit wie auch die Zukunft erblicken können. Halte in Ehren, was deiner Wahrheit entspricht. Folge den Wegen, die sich dir neu auftun, denn nun fügt sich alles in Harmonie zusammen.

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Das Licht des Westens weicht der Nacht,
wenn du dich in den Kreis begibst.

Lasse alles los, was dich beschwert,
und nimm nur wenig mit auf den Weg.

Schreite leichten Fußes in die Morgendämmerung,
tanze wie ein kleiner Troll.

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